Interview mit Game-Director Jean-François Dugas

Unser Parnter PCGames.de hat sich einen Levelabschnitt angesehen und durfte ein Interview mit Game-Director Jean-François Dugas führen. Den Artikel findet ihr hier: PCGames.de

Das Interview:

Jean-François Dugas

PC Games: In Deus Ex wird es verschiedene Enden geben. Wird es während des Spiels möglich sein, Einfluss auf den Verlauf der Geschichte zu nehmen? Sie praktisch umzuschreiben?

Jean-François Dugas: Nun, die Hauptgeschichte verläuft im Grunde linear. Was ich damit sagen will: Jeder erlebt den selben Einstieg, die selbe Story. Nur die persönliche Spielerfahrung verändert sich mit den eigenen getroffenen Entscheidungen.

PC Games: Also führen Entscheidungen unweigerlich zu verschiedenen Konsequenzen.

Jean-François Dugas: Exakt. Der Spieler wird ständig vor die Wahl gestellt. Soll ich das tun, oder soll ich lieber das machen? Und wenn man sich letzten Endes entscheidet, könnte das was man als nächstes erlebt, sich von den Erlebnissen anderer Spieler unterscheiden.

PC Games: Das erste Deus Ex war ein ausgezeichnetes Spiel, aber es kam bei der Masse der Spieler nicht so gut an und hat sich dementsprechend schlecht verkauft. Was glaubst du ist der Auslöser dafür und worin unterscheidet sich Human Revolution in der Beziehung?

Jean-François Dugas: Ich glaube, dass Deus Ex in sämtlichen Facetten ein auf Hardcore Gamer zugeschnittenes Spiel war. In puncto Gameplay war es praktisch wie eine Art Simulation. Deus Ex ließ einem von Beginn an soviele Möglichkeiten, es gab soviele Dinge die man tun konnte, allerdings begriffen viele Spieler einfach nicht, wie die einzelnen Elemente funktionierten und so warfen sie schnell frustriert das Handtuch.

PC Games: Also glaubst du, dass Deus Ex scheiterte, weil es zu komplex war?

Jean-François Dugas: Nun, ich glaube nicht, dass es zu komplex war. Es wurde den Spielern einfach unzureichend vermittelt. Wir haben im Hinblick auf Human Revolution einige Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass 70 Prozent der Spieler, die das erste Deus Ex gekauft haben, nicht über Liberty Island [Anm. d. Redaktion: der erste Levelabschnitt] hinaus kamen. Human Revolution ist anders, obwohl wir den Komplexitätgrad nicht herunterschraubten. Journalisten, die unsere erste Demo spielt haben, kamen zu dem Schluss, dass sich der Titel zu Beginn wie ein Ego-Shooter spielt - und erst später wie ein richtiges Deus Ex. Das ist durchaus beabsichtigt. Für uns war es wichtig, dass die Spieler in Human Revolution früh mit den Basics vertraut gemacht werden, ehe sich die Levels nach und nach öffnen und man völlig alleine gelassen wird. Ich würde sagen, dass wir Einsteiger mehr an die Hand nehmen.

PC Games: Sprechen wir über den Stealth-Aspekt. Du hast uns vor der Präsentation gesagt, dass man sich mit Ausnahme der Bosskämpfe durch das gesamte Spiel schleichen kann. Wenn ich den Stealth-Weg einschlage, werden die Bosskämpfe dann nicht im Vergleich mit den Spielern, die sich durchballern, zu schwer werden?

Jean-François Dugas: Das hängt ganz davon ab. Selbst wenn du dich auf den Kampf spezialisiert hast, kann es durchaus passieren, dass du einem Boss mit wenig Munition gegenübertrittst. Wenn du dich aber in der Arena herumschaust, wirst du Waffen, Munition und nützliche Gegenstände entdecken. Wir haben das Problem auf diese Art gelöst, weil wir keinen Spielertyp benachteiligen wollten.

PC Games: Die ersten Deux Ex-Spiele kamen ursprünglich für den PC. Welche Bedeutung misst ihr der Plattform im Hinblick auf Human Revolution bei?

Jean-François Dugas: Die PC-Umsetzung von Human Revolution ist uns genaus wichtig wie die Konsolen-Versionen. Es gab in letzter Zeit viele Gerüchte darum, dass wir Nixxes Software damit beauftragt hätten, an der PC-Umsetzung zu arbeiten. Das ist richtig. Wir gingen eine Kooperation mit dem externen Studio ein, als wir an einem bestimmten Punkt der Entwicklung merkten, dass uns einfach die nötigen Ressourcen fehlten. Also baten wir sie um Hilfe, weil bei ihnen sehr talentierten PC-Programmierer angestellt sind. Wie gesagt, es handelt sich hier nicht um eine simple Portierung, in die PC-Fassung wurde genau so viel Liebe gesteckt, wie in die Umsetzungen für Konsolen.

PC Games: Jean-François, wir danken dir für das Gespräch.

Quelle: PCGames.de