Eidos Montréal-Gründer kündigt und macht Square Enix Vorwürfe

Nach rund sechseinhalb Jahren wirft der Studiogründer von Eidos Montréal, Stephane D’Astous, das Handtuch und macht seinem Ärger Luft. Und dabei packt der gute Mann einige heftige Vorwürfe aus. Er gibt Square Enix Europe die Schuld daran, dass die letzten Titel wie Tomb Raider, Sleeping Dogs & Hitman: Absolution keine großen Kassenerfolge waren.

Wir erinnern uns, Eidos Montréal brachte 2011 Deus Ex: Human Revolution auf den Markt. Dieses Jahr erschien TOMB RAIDER inklusive erstmaligem Multiplayer, wofür ebenfalls das Studio in Kanada verantwortlich war. 2014 folgt der Thief-Reboot.

Bezüglich TOMB RAIDER berichteten unsere Tomb Raider-Kollegen, wie enttäuscht Square Enix trotz guter Kritiken über die Absatzzahlen des Reboots mit Lara Croft, aber auch mit den Verkaufszahlen von Sleeping Dogs und dem aktuellen Hitman-Ableger war. Unterm Strich war keiner dieser Titel die erhoffte “Geldbombe“, mit der man aber fest gerechnet hatte.

“Seit dem letzten Geschäftsjahr von Square Enix Europa, das wir nicht sonderlich gut abgeschlossen haben, hatten wir verschiedene Ansichten, was getan werden muss, um die Situation zu korrigieren.”

, so D’Astous. Und weiter meint D’Astous:

“Doch der Mangel an Führung, Mut und Kommunikation waren so offensichtlich, dass ich meinen Job nicht einwandfrei ausüben konnte”.

“Square Enix muss lernen, wie man Spiele verkauft. Wir sind in einer Situation, wo wir großartige Spiele herstellen, die bessere Verkaufszahlen hätten erreichen können. Letztes Jahr war für uns eine Art Home-Run-Saison, doch wir trafen keinen einzigen Home-Run.”

D'Astous erklärte weiter, Square Enix habe einen Plan für die Zukunft ausgeheckt, ohne die Studiochefs in diesen Plan einzuweihen, geschweige denn mit ihnen zu sprechen. Diese seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Als Drahtzieher der neuen strategischen Ausrichtung macht er Phil Rogers, CEO von Square Enix Europe (früher Eidos) verantwortlich. Der Studiogründer und jetzige Ex-Boss von Eidos Montréal habe über Monate versucht, diesen zum Einlenken zu bringen und sogar damit gedroht, zu kündigen.

“Ich habe seit März wirklich versucht, meine Sorgen zu kommunizieren, meine Ratschläge, meine Empfehlungen. Es war sehr angespannt. (...) Square Enix sitzt ganz schön in der Klemme, weil Kompromisse gemacht wurden, Investitionen die man besser nicht gemacht hätte und Dinge in die sich nicht investiert haben, aber dies besser getan hätten.”

Die Problematik scheint immer noch daran zu liegen, dass sich seit der Übernahme von Eidos (Mitte 2009) zwar der Name des HQ in London geändert hat, aber ist es doch so das noch immer die ehemaligen Eidos-Verantwortlichen dort die Fäden ziehen, die damals Eidos und ehemals große Serien wie Tomb Raider an die Wand gefahren haben und dachten, sie könnten unter neuem Namen einfach ihre früheren Strategien fortsetzen.

Es bleibt abzuwarten, wie lange sich der Mutterkonzern Square Enix in Japan das noch antun bzw. zuschauen wird, was die Verantwortlichen da in London falsch machen, denn in einem Punkt hat der Ex-Chef D’Astous leider recht, mit den bisherigen Publisher-Strategien verkauft man nicht die Anzahl an Spielen, die sie sich gerne wünschen würden und die die Spiele auch verdient hätten, denn alle genannten Titel waren durchaus gute und gelungene Spiele!

Danke Twitter & Polygon.com